Par­tei­en-Fi­nan­zie­rung

und Par­tei-Spen­den-Ab­zug bei den Steu­ern

TOP

Grund­pro­blem

Die Pro­pa­gan­da-Ma­schi­ne­rie der Par­tei­en wächst und wächst. Von Wahl zu Wahl schei­nen sich die Kos­ten der Par­tei­en für die Wahl­pro­pa­gan­da zu ver­dop­peln. Das pas­siert na­tür­lich nur, weil of­fen­sicht­lich eine gu­te Pro­pa­gan­da einen bes­se­ren Wahl­er­folg be­deu­tet. Gleich­zei­tig be­deu­tet das, dass nur noch fi­nanz­kräf­ti­ge Grup­pie­run­gen Er­folg ha­ben kön­nen. Al­le an­de­ren ha­ben nichts mehr zu sa­gen.

TOP

Diese Pro­pa­gan­da-Ma­schi­ne­rie gleicht im­mer mehr der­je­ni­gen, die wir bei to­ta­li­tä­ren Staa­ten so hef­tig kri­ti­sie­ren. Eini­ge un­se­rer Par­tei­en — auch wenn wir sie al­le brau­chen — ver­tre­ten al­ler­dings ein eben­so to­ta­li­tä­res Ge­dan­ken­gut!

TOP

Fi­nan­zie­rung

Gleich­zei­tig sind in un­se­rem Land die Par­tei­en recht­lich den Ver­ei­nen gleich­ge­stellt und da­mit ha­ben sie nur mi­ni­ma­le Vor­schrif­ten über die Of­fen­le­gung ih­rer Fi­nan­zen. Was für den Chün­ge­li­züch­ter­ver­ein von Hin­ter­ful­ti­gen durch­aus ge­nügt, ist viel­leicht nicht rich­tig für eine na­tio­na­le Par­tei mit Macht­an­spruch.

TOP

An­der­seits gilt es zu be­den­ken, dass in un­se­ren Wahl- und Ab­stim­mungs­kämp­fen nicht al­les nur von den Par­tei­en ge­leis­tet wird. Es gibt oft ge­nung hand­fes­te In­ter­es­sen von Fir­men, Or­ga­ni­sa­tio­nen oder Pri­va­ten, die mit eige­nen Mit­teln in die­se Pro­pa­gan­da in­ves­tie­ren, oh­ne ih­re Zie­le zu de­kla­rie­ren. Filz und ver­steck­te Kor­rup­tion be­güns­ti­gen da al­ler­lei Mau­sche­lei­en.

TOP

Aber blei­ben wir bei den Par­tei­en. Na­tür­lich brau­chen sie fi­nan­ziel­le Mit­tel, um ihre Ar­beit ver­nünf­tig zu er­le­di­gen. Wo­her die­ses Geld stammt, weiss der Stimm­bür­ger aber nie. Vor al­lem die ka­pi­tal­kräf­ti­gen Par­tei­en weh­ren sich ve­he­ment ge­gen jeg­li­che Trans­pa­renz ih­rer Ein­nah­men, was ja auch auf Ab­sich­ten der je­wei­li­gen Spen­der schlies­sen lies­se. Das Mot­to «Wer zahlt, be­fiehlt» scheint auch hier aus­drück­lich zu gel­ten.

TOP

Die (noch) schwei­ze­ri­sche Lö­sung

Um breit ab­ge­stütz­te Spen­den zu er­leich­tern — breit ab­ge­stützt meint hier “von einer brei­ten Öf­fent­lich­keit ge­leis­te­te klei­ne Be­trä­ge” — hat der Staat die Mög­lich­keit ge­schaf­fen, ge­wis­se Be­trä­ge, die den Par­tei­en ge­spen­det wer­den, vom steu­er­ba­ren Ein­kom­men ab­zu­zie­hen. Im Kan­ton Zü­rich wa­ren das bis­her ma­xi­mal Fr. 3'600.- pro TOP steu­er­pflich­ti­ges Ehe­paar und Jahr. Der Kan­ton will das jetzt auf Fr. 20'000.- er­hö­hen. Das wä­ren ein­deu­tig nicht mehr die klei­nen Be­trä­ge einer brei­ten Öf­fent­lich­keit, son­dern hand­fes­te In­ter­es­sens­be­zeu­gun­gen. Ge­rade für Per­so­nen, die sich sol­che Spen­den leis­ten kön­nen, könn­te das Steu­er­ein­spa­run­gen von ein paar tau­send Fran­ken aus­ma­chen. Das sind Min­der­ein­nah­men für die Ge­mein­de, den Kan­ton und den Bund. Dass des­we­gen Ge­mein­de-Steu­er­sät­ze an­ge­ho­ben wer­den müs­sen, ist nicht aus­zu­schlies­sen. Das heisst, dass wie­der mal al­le mehr Steu­ern zu zah­len ha­ben, da­mit die Fi­nanz­kräf­ti­ge­ren un­ter uns sich mehr Ein­fluss auf die Po­li­tik er­kau­fen kön­nen.

TOP

Die­se Ent­wick­lung ist das ge­naue Ge­gen­teil des­sen, was im­mer häu­fi­ger ge­for­dert wird: «Trans­pa­renz». Wir Stimm­bür­ger wol­len wis­sen, wer sich sei­nen per­sön­li­chen Ein­fluss auf die Po­li­tik er­kauft.

TOP

Die Fol­gen

Unser po­li­ti­sches Sys­tem über­nimmt jeg­li­che Fehl­ent­wick­lung von Staa­ten wie USA, de­ren Fi­nan­zen al­les an­de­re als in Ord­nung sind. Aber dort wis­sen wir, dass al­le Ent­schei­de aus­schliess­lich auf Grund von per­sön­li­chen fi­nan­ziel­len In­ter­es­sen eini­ger we­ni­ger er­fol­gen und die brei­te Öf­fent­lich­keit hat trotz "de­mo­kra­ti­schen" Wah­len rein gar nichts zu sa­gen. Sie kann sich nicht mal eine Kran­ken­ver­si­che­rung leis­ten.

TOP

Wenn wir so wei­ter­ma­chen, blüht uns wohl oder übel ein ähn­li­ches Schick­sal. Wenn Ame­ri­ka auf die Na­se fliegt, dann fliegt die gan­ze Welt mit auf die Na­se; und al­le hel­fen wie­der auf­zu­ste­hen. Wenn die klei­ne Schweiz auf die Na­se fliegt, in­ter­es­siert das kaum je­mand, oder höchs­tens zur Scha­den­freu­de.

TOP
Die Demokratie wird zur Monetokratie.

Aus der Herrschaft der Volkes wird die Herrschaft des Geldes.

 

Link: Siehe auch "Finanzen & Politik"
→ «Verschuldung»
(www.zumkuckucksei.net/Finanzkrise/schulden.html)